Die Energien (z.B. Qi und Xue) fließen im Körper in so genannten Leitbahnen. Ein Bild hierfür ist ein komplexes Rohrsystem mit vielen regulierbaren Ventilen, den Akupunkturpunkten. Der Energiefluss kann zum Beispiel blockiert, verlangsamt, beschleunigt oder völlig fehlgeleitet sein (bei Erbrechen zum Beispiel in die entgegengesetzte Richtung). Jeder Akupunkturpunkt kann per Definition den Energiefluss (lokal oder im ganzen Körper) auf eine bestimmte Art verändern. Deshalb werden die Nadeln oft nicht an den vermeintlich erkrankten Stellen gesetzt, sondern man kann zum Beispiel mit Punkten an Fuß oder Hand Schulterprobleme behandeln.
Neben der klassischen, chinesischen Körperakupunktur gibt es heutzutage auch andere Arten der Akupunktur, die zum Beispiel nur einzelne Körperregionen (am bekanntesten ist das Ohr, aber auch Hand, Fuß und andere Regionen) benutzen und dadurch Wirkungen auf den ganzen Körper erzielen. Die Manipulation an den Punkten wird heute auch mit Laser, Strom oder Injektion von Arzneimitteln durchgeführt. Dies hat mit klassischer Chinesischer Medizin nur noch wenig zu tun.
Die Behandlung geschieht im Liegen mit feinen, sterilen Einmalnadeln. Der Einstich kann einen leichten Schmerz verursachen. Die Nadeln werden dann belassen und eventuell im Verlauf noch manipuliert. Die Akupunktur wird auch von Kindern in der Regel gut toleriert.
Die häufigste Indikation zur Akupunktur sind Schmerzprobleme. Außer bei Schmerzen ist sie auch bei Allergien und Asthma, Infekten, Magen-Darm-Beschwerden, Schlafstörungen und einer Vielzahl anderer organischer und funktioneller Beschwerden sehr wirksam. Nebenwirkungen sind selten.
